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Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF)
Home + Aktuell | EnEV | EnEV 2009  | EnEV 2014 | 15.09.2012

EnEV-Novelle einen Schritt weiter …
doch lange nicht am Ziel!

Bundesminister einigen sich zum Entwurf der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014)

Interview mit Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF).
Autorin: Melita Tuschinski, Herausgeberin EnEV-online.de


DENEFF

Herr Noll, Sie sind Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Unternehmens-
initiative Energieeffizienz (DENEFF).
Wessen Interessen vertritt Ihre Organisation?

Noll: Wir sind eine Initiative von über 60 Unternehmen in Deutschland, die sich mit dem Thema „Energieeffizienz“ beschäftigen, sowohl im Gebäudebereich als auch im Bereich der Industrie, Hausgeräten, usw. Unser Interesse ist es, Energieeffizienz in der gesamten Breite als wichtiges Thema in der Politik und Wirtschaft zu stärken.

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EnEV-Novelle

Gestern, am Freitag, den 14. September 2012, haben Sie in Berlin an der Konferenz des Bundesverbandes der Deutschen Bauindustrie (BDI) zum Thema „Energieeffizienz“ teilgenommen. Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesbauministerium (BMVBS), überraschte in seinem Grußwort mit einer Nachricht. Was hat Herr Bomba gestern in Berlin verkündet?

Noll: Herr Bomba hat eine Einigung der Bundesministerien auf einen gemeinsamen Regierungsentwurf für die Novelle zur Energieeinsparverordnung (EnEV) verkündet. Es gab wohl in der letzten Zeit noch Diskussionen zwischen dem Bundesbau- und Bundesumweltministerium darüber wie scharf die „energetischen Anforderungs-Schrauben“ angezogen werden sollen.

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Verschärfungen

Wie weit waren weitere Verschärfungen im Gespräch?

Noll: Unter der alten schwarz-roten Regierung war noch die Rede von einer Verschärfung um 30 Prozent gewesen – damals im Meseberger Programm. In den letzten Monaten wurden diverse, teilweise umstrittene Gutachten veröffentlicht, die beleuchten sollten in wieweit eine Wirtschaftlichkeit gegeben ist.

Ich glaube jedoch, dass spätestens nach der Diskussion um den Sanierungsfahrplan für Gebäude im Energiekonzept der Bundesregierung klar war, dass weitere Verschärfungen politisch nicht durchsetzbar sind. Deshalb war das, was Herr Bomba jetzt verkündet hat, nicht wirklich überraschend. Man hat damit gerechnet und darauf gewartet, dass dieser Entwurf kommt.

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Anforderungen

Nannte Herr Bomba auch konkrete Anforderungen des aktuellen EnEV-Entwurfs für Neubauten und für Sanierungen im Baubestand?

Noll: Wir kennen die letzten Details des finalen EnEV-Entwurfes noch nicht.

Für den Neubau hat man offenbar die Vorgabe der EU-Gebäuderichtlinie umgesetzt, dahingehend, dass man sich stufenweise dem Nahezu-Nullenergiegebäude nähert. Wir begrüßen dieses Vorgehen, denn die für 2021 gesteckte Zielmarke kann nicht sinnvoll erst dann von einem Tag auf den anderen gesetzt werden. Diese Chance wurde zumindest im Neubau genutzt.

Im Gebäudebestand soll es keine Verschärfungen geben und auch die technische Komplexität wird im Ergebnis wohl die gleiche bleiben. Hier sollte grundsätzlich methodisch neu gedacht werden. Doch die Diskussionen zum Sanierungsfahrplan sind bisher sehr mühsam verlaufen – von daher glaube ich, dass man gut daran getan hat hier nichts "übers Knie zu brechen."

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Energiepolizei

Die Medien verbreiteten in den letzten Wochen die Nachricht, dass Bundesumweltminister Peter Altmaier strengere Anforderungen in der EnEV-Novelle verlange – es war die Rede von einer „Energiepolizei“. War auf der BDI-Konferenz von diesen Themen noch die Rede?

Noll: Es kam keine ausführliche Diskussion dazu auf. Wirtschaftsminister Rösler, der ebenfalls ein Grußwort sprach, erwähnte natürlich, dass es keine "Energiepolizei" geben wird bei einer liberalen Regierungsbeteiligung. Die Diskussionen hierzu sind vor allem durch Pressemeldungen zum Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und dessen Novelle entstanden. Hieraus wurde dann vor einigen Wochen in diversen Medien schnell polemisierend „Energiepolizei-Absichten“ herausgelesen, wovon sich Altmaier sehr schnell distanziert hat. Ich glaube der Bundesumweltminister wird in erster Linie seinen Kurs als der Politiker der schnellen Einigungen weiterverfolgen, das verdeutlichte er auch auf dem Tag der Energieeffizienz der DENEFF am vergangenen Mittwoch.

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Reaktionen

Wer saßen im Publikum auf der BDI-Konferenz zur Energieeffizienz und wie haben sie die Nachricht zur EnEV-Novelle aufgenommen?

Noll: Im Publikum saßen die Vertreter von allen beteiligten Interessenkreisen - von Herstellern für Gebäudetechnik über Dämm-Materialien, Energiedienstleistern bis hin zur Wohnungswirtschaft, Vertreter des Deutschen Mieterbundes, usw..

Bombas Nachricht wurde unterschiedlich aufgenommen. Gerade die Haubesitzerseite, die sich gegen weitere Verschärfungen ausgesprochen hatte, zeigte sich natürlich erleichtert. Die Vertreter der Anbieter von Effizienzlösungen, die auch wir vertreten, haben die Nachricht mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen, auch da noch keine konkreten Details genannt wurden.

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Zustimmung

Was bedeutet diese EnEV-Novellen-Einigung für Sie als DENEFF-Vertreter?

Noll: Grundsätzlich begrüßen wie diese Einigung. Für uns bedeutet sie, dass es zumindest für die nächstfolgenden Jahre eine gewisse Planungssicherheit gibt, das klar ist welche Anforderungen auf Architekten, Planer, auf ausführende Handwerker sowie auf die Bauherren und Eigentümer zukommen. Damit wird dann auch klar sein, welche Produkte der Markt in den kommenden Jahren benötigt.

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Kritik

Das sind die guten Nachrichten, doch sind sie damit zufrieden?

Noll: Wir warten noch auf die langfristige Perspektive eines Sanierungsfahrplans 2050, der aufzeigt, wie es weitergehen soll. Wir wollen raus aus einer Situation in der man nicht weiß was die jeweils nächste Novellierung eines Gesetzes wie der EnEV bringt oder die Anpassung der KfW-Förderung, die letztendlich auch sehr stark damit zusammenhängt. Und in der realen Gesetzgebung müssen sich irgendwann auch die gewünschten Ziele im Energiekonzept widerspiegeln, sonst bleibt das reines Wunschdenken.

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Erwartungen

Was fordern und erwarten Sie von der Politik in diesem Kontext?

Noll: Wir hoffen, dass bis zum Ende des Jahres eine Vorstellung konkret wird, wie der Sanierungsfahrplan aussehen wird – das steht weiterhin noch aus. Zur EnEV-Novelle selber – wir erwarten, dass wir in den nächsten Tagen den finalen EnEV-Entwurf auch zur Stellungnahme zugesandt erhalten. Wir werden den Entwurf mit unseren Mitgliedern diskutieren und danach sehen wie wir diesen Entwurf bewerten und wie wir hier noch konstruktive Verbesserungsvorschläge einbringen können.

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Perspektiven

Wie werden Sie als DENEFF die gesamte Problematik angehen?

Noll: Wir werden als DENEFF stärker daraufhin arbeiten, eben langfristige Perspektiven zu betrachten, Technologieoffenheit nach vorne zu bringen und die energetische Gebäudesanierung zielorientiert zu betrachten anstatt sich auf technische Einzelanforderungen zu konzentrieren. Letzteres ist eher das Metier von den Fachverbänden, die beurteilen können, welches die ideale Anforderung für die einzelne Technologie wäre. Uns geht es um die übergeordneten Zusammenhänge, positive Impulse für den Markt und die Erreichung der von Bundesregierung und EU gesetzten mittel- und langfristigen Effizienzziele.

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Wunschliste

Nicht nur die EnEV wird novelliert sondern auch das EEWärmeG soll erneuert werden. Auch wird die KfW-Förderung immer mal wieder geändert. Was wünschen Sie sich als DENEFF in diesem Zusammenhang?

Noll: Was wir uns auf jeden Fall wünschen ist mehr Kohärenz zwischen EnEV und EEWärmeG. Ob man sie dazu noch mehr miteinander verschränken oder sogar in einem einzigen Gesetz zusammenführen sollte muss hierbei sorgsam abgewogen werden. Auch müsste eine bessere Kompatibilität zwischen der finanziellen Förderung, dem Ordnungsrecht und der langfristigen Weiterentwicklung von Standards geschaffen werden. Wir wünschen uns insbesondere, dass die Anforderungen nachvollziehbar und gut umsetzbar gestaltet werden. Dafür wäre eine ganzheitliche Energieberatung elementar, die als Einstieg in einen individuellen Sanierungsfahrplan dienen kann. Zuvorderst sollte jedoch unbedingt eine Langzeitperspektive gegeben sein, weil Planungssicherheit das „A“ und „O“ sowohl für den einzelnen Gebäudebesitzer als auch für die Hersteller von Produkten und Dienstleistungsanbieter ist.

Herr Noll, Ihrer Wunschliste kann ich mich gerne anschließen und danke Ihnen für Ihre aufschlussreichen Antworten!

Melita Tuschinski
Redaktion@enev-online.de

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Kontakt für weitere Fragen:
Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand
Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)
Kirchstraße 21, D-10557 Berlin
Telefon + 49 (0) 30 / 36 40 97 - 01
Telefax + 49 (0) 30 / 36 40 97 - 42
E-Mail christian.noll@deneff.org
Internet: www.deneff.org

Kontakt zur Autorin:
Institut für Energie-Effiziente Architektur mit Internet-Medien
Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT Fr. Architektin
Bebelstrasse 78, D-70193 Stuttgart
Telefon: + 49 (0) 7 11 / 6 15 49 26
E-Mail: info@tuschinski.de
www.tuschinski.de, www.enev-online.de

Rechtlicher Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sämtliche Verwertungsrechte dieses Interviews, bzw. dieser Publikation, bei der Autorin Melita Tuschinski liegen. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit der Autorin auf. Für unsere Informationen im Fachportal www.EnEV-online.de gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.


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